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Comic-Besprechung - Best of Grendel 4: Auf des Teufels Klinge

Geschichten:

Best of Grendel 4 - Auf des Teufels Klinge: Kriegskind
Autor: Matt Wagner, Zeichner: Patrick McEown, Inker: Matt Wagner, Monty Sheldon, Colorist: Bernie E. Mireault, Kathryn Delaney



Story:

Der Grendel-Khan ist tot und sein männlicher Nachfolger noch ein Kind. So sieht die Witwe ihre Zeit gekommen selber zu herrschen. Doch ein Elite-Krieger entführt den Thronerben. Offenbar erfüllt er den letzten Willen des Khans. Eine Hetzjagd über den ganzen Planeten  beginnt und bedroht die gesamte Herrschaftsstruktur.



Meinung:

Der vierte dicke Band von Best of Grendel beinhaltet keine Kurzgeschichten oder mehrere Mini-Serien wie etwa die letzte Ausgabe. Stattdessen gibt es mit Kriegskind eine einzige längere Erzählung.  Diese weist schon im Vorfeld zwei Besonderheiten auf. Vorab sollte man aber daran denken das Figuren- und Serienschöpfer Matt Wagner seine Figur und seinen erzählerischen  Kosmos für andere Kreative geöffnet hatte und somit seine kreative Kontrolle teilweise bewusst aufgab. Die eine Besonderheit ist nun das Matt Wagner zu seiner Figur zurückkehrte und die vorliegende Geschichte selber schrieb und teilweise mit zeichnete. Die andere Besonderheit ist die, dass die Geschichte mit dem Eisner Award ausgezeichnet worden ist.

Auffällig ist das inhaltlich kaum ein Widerspruch zu anderen Erzählungen vorhanden ist. Wenn man die Geschichten des letzten Bandes vor Augen hat, so liest sich diese Geschichte wie eine Art Fortsetzung. Wie ein Geschehen das im Hintergrund der Bürgerkriege zwischen den Clans abläuft. Es ist nicht direkt zusammenhängend, aber man merkt, dass Wagner so begeistert von den anderen Beiträgen war, dass er sich da anpasste und manches übernahm.  So spielt auch Kriegskind in einer apokalyptischen Zukunft und erwähnt, dass sich die Grendel Clans gegenseitig bekriegten.

Vordergründig ist es eine reine Actiongeschichte. Der Sohn und Nachfolger des verstorbenen Khans, Oberhaupt aller Grendel, wird von einem Elitekrieger entführt. Die Mutter des Jungen setzt alles daran den Erben wiederzufinden und der Entführer und seine Geisel werden über den ganzen Planeten gejagt. Das ist durchaus unterhaltsam, rasant, actionreich und teils sehr blutig. Es kommen auch einige sehr gute Ideen vor, nur das heutzutage mit dem zeitlichen Abstand doch viele Elemente zu einem Klischee verkommen sind wie etwa Mutanten, Zombieähnliche Gestalten und so weiter. Das alles hätte trotz, oder gerade auch wegen der vielen Action, schnell eintönig werden können und ist trotz der gelungenen Zeichnungen kaum wirklich preisverdächtig.

Aber Wagner setzt als Nebenhandlung einen intelligenten Subtext ein der sowohl Parodie als auch Kritik beinhaltet. Es geht nämlich auch um Kritik an Herrschaftsstreben. Diejenigen die unbedingt herrschen wollen verzweifeln und zerbrechen daran und werden vor allem seelisch und moralisch korrumpiert. Die herrschsüchtige Mutter des Thronerben etwa wird in einigen witzigen Szenen durch die Verwaltung und die Organisation des Staates zermürbt und aufgerieben. Ein anderer sieht sich als vermeintlicher Retter und wird zum Diktator da ihm die Herrschaft an sich über alles geht. Die witzigen Szenen sind äußerst unerwartet und bieten eine willkommene Abwechslung. Ein ungutes Gefühl erwächst dadurch wie schnell jemand zu einem Diktator werden kann, nur um an der Macht zu bleiben.  Vor allem die letzten Seiten hinterlassen ein ungutes Gefühl. Der Thronerbe ist quasi zum Herrschen geboren wie einst die Adligen. Er ist der geborene Anführer und er schart sich durch sein Charisma Gefolgsleute um sich, um den ihm gehörenden Thron zu beanspruchen. Das ist ein Topos wie man es seit den antiken Legenden kennt. Der legitime Thronfolger kämpft gegen den Usurpator und mit Hilfe von loyalen Freunden gelingen der Putsch und die Wiederherstellung der Ordnung. Also sattsam bekannt und zentrales Element des Abenteuergenres. Hier aber wird der Archetyp gekippt indem auf den letzten Seiten eine faschistische Ästhetik genutzt wird. Der zum herrschen geborene Prinz wird hier zu einem Führer im Sinne des Faschismus umgedeutet.  So bekommt die ganze Story, all die Action, all das Leiden der Charaktere und alle Opfer einen perfiden Dreh der allem Hohn spricht. Deswegen ist die Geschichte durchaus preisverdächtig gewesen und auch heute leider wieder allzu aktuell. Gut.



Fazit:

Vordergründig eine reine Actionstory entpuppt sich die Geschichte auch als Kritik an Herrschaft und hinterlässt am Ende ein recht mulmiges Gefühl.



Best of Grendel 4: Auf des Teufels Klinge - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Best of Grendel 4: Auf des Teufels Klinge

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 30,00

ISBN 10:
3986662448

ISBN 13:
‎ 978-3986662448

250 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Spannung und Action
  • unerwartet witzige Szenen
  • Reflektion über Herrschaft
  • Umkehrung klassischen Topos
Negativ aufgefallen
  • manche Elemente sattsam bekannt
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(5 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 24.04.2024
Kategorie: Alben
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