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Comic-Besprechung - The Boys 5: Herogasm

Geschichten:
Autor: Garth Ennis, Zeichner: John McCrea, Keith Burns, Colorist: Tony Avina

Story:
Eine große Bedrohung nähert sich der Erde. Der Superheld Homelander alarmiert die Bevölkerung und kündigt an, dass sich alle Helden der Erde dieser Herausforderung stellen werden. Aber anstatt in das All zu fliegen, findet das regelmäßige Treffen aller Superhelden statt. Die Bedrohung war nur eine Ausrede, um alle zu versammeln und ein paar Tage voller Sex, Drogen und Perversitäten zu verbringen. Aber auch während der Orgien findet Politik statt und sogar die jährliche Preisverleihung für die besten Superhelden. Während dieser Tage werden entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt. Aber auch die Boys sind vor Ort. Bleiben sie nur Beobachter oder greifen sie ein, um das Schlimmste zu verhindern?


Meinung:

Da fragt man sich, wie Garth Ennis nach den ersten vier furiosen Bänden die Superhelden mit all ihrem Merchandising weiter in die Pfanne hauen kann und dann kommt der fünfte Band mit dem bezeichnenden Titel "Herogasm". Ein richtig schönes und passendes Wortspiel zwischen "Hero" (Held) und "Orgasm" (Orgasmus). Der Band steckt voller Obszönitäten und eindeutiger Sexszenen (ohne in das Pornographische abzugleiten). Gerade das prüde Amerika dürfte ziemlich schockiert gewesen sein.

Sex, Sex, Sex. Das ist hier das Thema. Insofern ist es wirklich besonders, da bislang (Mainstream-)Superhelden geradzu steril und ohne erkennbares Sexualleben ihre Heldentaten vollbrachten. Sicher, sie haben Beziehungen, aber Eindeutigkeiten sind schwer zu finden. Gerade die weiblichen Helden sind zwar sehr erotisch gezeichnet, wie zum Beispiel Wonder Woman, Catwoman, Spider Woman und Batgirl. Meistens verharren sie aber in lasziven Posen und es geht nur selten zur Sache. Ein Paradebeispiel ist die sehr spärlich bekleidete Huntress im zweiten Zusammentreffen zwischen Batman und den Predators. Sehr erotisch gezeichnet, verharrt sie in recht zweideutigen Posen, aber alles noch sehr brav. Auch wenn Huntress und Nightwing einmal miteinander geschlafen haben, so war da nur ein Kuss zu sehen. Viel mehr wird mit Anspielungen gearbeitet. So zum Beispiel, wenn Catwoman während "Knightfall" zu Batmanvertreter Azrael sagt, dass Batman nur so vor Pheromonen sprüht, Azrael aber geradezu septisch wirkt. In "The Boys 5" geht es dagegen richtig zur Sache. Ein Captain America-Verschnitt geht mit einem Superman-Verschnitt ins Bett. Eine Heldin, die an She-Hulk erinnert, wird als Spermaschwamm bezeichnet (und auch so behandelt). Und die Fantastischen Vier duschen nicht nur zusammen. An Anspielungen wird hier wahrlich nicht gegeizt. Thors Hammer bekommt so wahrlich eine neue Bedeutung. In Bildhintergründen werden manche Helden kaum verschleiert gezeigt (im doppelten Wortsinn). Der am ganzen Körper sehr feuchte Atom, der nur mit einer Mähne bekleidete Kraven, etc, etc. Aber auch ansonsten geizt der Band nicht mit Bösartigkeiten. Die Superhelden kiffen nicht nur. Nein, anstatt Gras rauchen sie zerriebenen Fötus mit Vaginalschleim. Böse, böse, böse.

Aber nicht nur Sex ist das Thema, sondern auch gekaufte Politiker, die dazu noch grenzdebil sind und nur auswendig gelernte Sätze fehlerfrei äußern können. Und der sehr kritische Blick auf übertriebenen Patriotismus ist recht gewagt ("Denn je mehr man die Flagge schwenkt, desto weniger Bedeutung hat sie."). Auch die derben Seitenhiebe auf die Oscarverleihung kann man Ennis durchaus als Nestbeschmutzung auslegen. Sehr böse, wenn der alte Superheld, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird, sich auf der Bühne einpinkelt und vom Ku-Klux-Klan schwärmt.

The Boys kommen recht wenig vor. Und das ist der einzige Nachteil dieses Comics. Aber im Grunde werden sie auch gar nicht benötigt. Superhelden während einer Orgie sind schon diskeditierend genug. Die Ennis-typische Gewalt ist auch deutlich zurückgefahren, nur gegen Ende kommt ein bißchen vor und dann noch verhältnismäßig zahm. Aber Gewalt und Brutalitäten sind in dieser Ausgabe gar nicht nötig, um Superhelden zu entmythisieren. Dazu reicht es Ennis ihnen einfach ein Sexleben zu geben. Und wie!

Zeichnerisch geht es um die Unterstützung der Story. An besonders auffälligen Ideen wird gespart, da es von der Story ablenken würde. Aber gerade in den größeren Panels sind vor allem in den Hintergründen viele liebevoll bösartige Details zu entdecken. Die Farbgebung passt sich hervorragend der jeweiligen Tageszeit und des Ortes an, versäumt es aber, die Stimmung der Protagonisten zu illustrieren.



Fazit:
Au weia. Da fängt man an zu zweifeln, ob Ennis die Superhelden noch mehr fertig machen kann und da wendet er den genialen Kniff an, ihnen ein Sexualleben zu geben. Böse, böse, genial.


The Boys 5: Herogasm - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

The Boys 5: Herogasm

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

ISBN 13:
4197564916956

148 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Story
  • Dialoge
  • Bildhintergründe
  • Anspielungen
  • Satire
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
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Rezension vom: 10.07.2010
Kategorie: The Boys
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