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Comic-Besprechung - Thor 11: Der Galactus-Same 1

Geschichten:
Thor 620.1
Autor:
D Abnett, Andy Lanning
Zeichner: Mark Brooks
Farben: Sonia Oback, John Rauch

The Galactus Seed, Part 1 & 2
Autor:
Matt Fraction
Zeichner: Olivier Coipel
Tusche: Mark Morales
Farben: Laura Martin, Justin Ponsor, Peter Steigerwald

Journey into Mystery 622 - 624
Autor:
Kieron Gillen
Zeichner:
Doug Braithwaite
Farben: Ulises Arreola


Story:
Thor und Sif begeben sich auf zu den Wurzeln des Weltenbaumes Yggdrasil und bergen ein seltsames Objekt, welches Odin gleich sicher verwahrt. Vermutlich zu Recht, denn anscheinend haben ganz andere Mächte bereits ein Auge darauf geworfen ... kosmische Mächte. Während diese von einem wohlbekannten Silberling auf einem Surfboard angekündigt werden, muss Thor mit einer seltsamen Verletzung klarkommen, die ihm das Immunsystem der Esche verpasste.

Loki ist wieder jung und für Thor ein neuer Mensch. Die übrigen Asen sehen das etwas anders und als Odin einen Krieg gegen Midgard beginnt und Thor einkerkert, ist der (ehemalige?) Gott der Lügen auf sich selbst gestellt. Um eine Katastrophe zu verhindern begibt er sich auf dem Rücken des Helwolfes hinab in die Hölle, die sich gerade zwei gegensätzliche Kräfte teilen – Mephisto auf der einen, Hela auf der anderen Seite. Und diese beiden versucht jetzt ausgerechnet Loki zu einen.


Meinung:

Es geschehen noch Zeichen und Wunder in der Comiclandschaft, die selbst einen waschechten Atheisten bekehren könnten. Sollte es Thor 11 tatsächlich gelingen, beziehungsweise dem zweiten Teil des Bandes, der die Serie Journey into Mystery beinhaltet, sich ohne Brüche und Verrenkungen an das neue Event Fear Itself anzufügen? Welch ein Novum wäre das, nachdem sich viele Serien in immer schnellerer Abfolge künstlich auf ein Ereignis ausrichten müssten, als wären sie Eisenatome unter einem Magnetfeld. In den seltensten Fällen kamen da wirklich schöne, flüssige Geschichten bei heraus. Und das selbst, wenn Elemente der Handlung in den großen Rahmen eingewebt sind (siehe Siege). Wie bei Computereffekten in Filmen merkt man in neun von zehn Fällen, dass da etwas nicht stimmt.

Anders bei Journey into Mystery, wo es erst am Schluss auffällt: Ach, da war ja etwas mit einer Schlange und dem Gott der Angst. Schön, wirklich schön ... bis jetzt. Fragt sich aber auf der anderen Seite, wie sich die aktuelle Thor-Serie, also die erste Hälfte des aktuellen Bandes mit der neuen Angst-Krise befassen wird. Wenn überhaupt. Thor und die Asen haben gerade ganz andere Sorgen. Nicht nur macht Yggdrasil Sorgen, es taucht auch der Silver Surfer auf, der einen ganz anderen unangenehmen Zeitgenossen im Schlepptau hat. Ein Name wie ein Donnerschlag (nein, nicht Thor ... ach Mann!): GALACTUS!

Wovon Thor nichts ahnt, der versucht nämlich die in Asgard gelandeten Völker des Weltenbaumes zu einer schlagkräftigen Truppe zu vereinen, die sogenannte Brigade der Reiche. Großes Kampfpotential beweist die allerdings nicht und lenkt Thor eigentlich von viel wichtigeren Dingen ab. Schön ist aber, dass der neue Handlungsbogen die Ereignisse der letzten Ausgaben (trotz Neunummerierung in den U.S.A.) aufgreift und weiterführt. Thor 11 baut viel für die Zukunft auf und so manches brodelt im Hintergrund. Odin hat den von seinem Sohn geborgenen Samen (eigentlich ein Ei) aus der Wurzel des Weltenbaumes im Destroyer deponiert und plant etwas, was selbst den allwissenden Heimdall an seiner Treue zum Göttervater zweifeln lässt. Blöd, dass das Ei anscheinend sehr mächtig ist und Galactus Mund wässrig macht. Der alte Lebensenergiejunkie im Hochhausformat kriegt von so etwas ja nie genug. Da ist es zwangsläufig vorprogrammiert, dass da zwei Mächte aufeinanderprallen.

Thor selbst steht etwas neben den Ereignissen. Ihm macht eine Wunde zu schaffen, die ihm ein Abwehrkörper Yggdrasils verpasste und die nun regelmäßig aufbricht und ein seltsames Leuchten von sich gibt. Dafür kann er wieder mit der wunderschönen Sif zusammen das Bett teilen. Und Mann, kann Olivier Coipel Frauen zeichnen. Attraktiv, atemberaubend  und stark zugleich. Er versucht auch wieder einen sehr dynamischen Panelaufbau zu kreieren und bringt dadurch viel Abwechslung und Bewegung auf die Seiten. Manchmal übertreibt er es aber und man ist sich nicht mehr so sehr der Lesereihenfolge sicher. Betrifft gerade die Doppelseiten, wo man teilweise diagonal über zwei Seiten liest. Hier tritt dasselbe Problem auf, welches bereits Pasqual Ferry bei den Weltenzerstörern vom letzten Mal hatte. Details des Doppelbildes verschwinden in der Falz.

Wer mit dem Seitenaufbaus Coipels nichts anfangen kann, der wird sich schnell in die Arme der zweiten Hälfte des Bandes begeben, wo Doug Braithwaite sein zu Hause mit Journey into Mystery hat. Er bevorzugt einen eher klassichen Aufbau mit sehr soliden Szenengestaltungen. Speedlines sind im eher fremd und manche Pose hat man bei ihm auch schon ein, zwei Mal gesehen. Dafür weiß er eine Geschichte richtig in Szene zu setzen und ihr einen realistischen Hauch zu verpassen. Da Kieron Gillen eine sehr mythisch angelegte Handlung bereitet, mit Anklängen an seinen Pakt mit dem Teufel aus Thor 9, ist sie bei Braithwaite gut aufgehoben.

Die fehlenden Schnittmengen zwischen der Serie des Donnergottes und Journey into Mystery sind das Auffälligste an Thor 11. Es werden im Grunde zwei vollkommen unabhängige Ansätze verfolgt. Ausgerechnet die Hauptserie baut mit Galactus ein eigenes Szenario auf, während Journey into Mystery zwar die Fühler zum Event Fear Itself ausstreckt, aber sonst gänzlich ausschert und Odin einen Krieg gegen Midgard führen lässt. Sehr, sehr gut ist allerdings, dass der zweite Teil komplett aus Lokis Sicht erzählt wird und man Journey into Mystery auch als Lokis Solo-Serie ansehen könnte. Durch die veränderte Perspektive und den eher umstrittenen Asen im Fokus wird es sehr interessant und wirkt nicht so ausgetreten, als würde man alles wieder nach Thor ausrichten. Allein schon, weil Loki zwar gutes erreichen will aber gegen den Widerstand oder unter wachsamen Augen der anderen Asen, die hinter seinem Verhalten nur die nächste Intrige zur Zerstörung Asgards vermuten. So muss Loki auf seine eigenen Fähigkeiten vertrauen und oftmals neue Wege finden. Wenn die Aufteilung so bleibt, darf man sicher weitere spannende Entwicklungen erwarten.

Die Geschichte selbst überzeugt auf ganzer Linie und nimmt mehr noch als The Mighty Thor Elemente aus den nordischen Sagen auf, was eigentlich immer ein großer Pluspunkt ist. Loki ist in Bestform und sich nicht zu schade über seinen eigenen Horizont zu blicken. Macht wohl auch sein neues jugendliches Ich. Aber ein Ase mit einem iphone ist doch schon mal etwas Besonderes. Aber Loki wäre nicht Loki, wenn er seine ganz speziellen Gaben, die ihm gerade eher wie ein Fluch erscheinen, für seine Zwecke und Ziele zu nutzen vermag. Man ist fast mehr darauf gespannt, wie er seine Probleme löst, als was mit der Galactus-Angelegenheit passiert. Da kauft Loki dem lieben Thor vorbildlich den Schneid ab.

Vor lauter Begeisterung ganz vergessen: die erste Geschichte aus Thor 620.1 ist ganz passabel, außer aber darüber aufzuklären, dass Thor ein ganz toller Held ist, leistet sie nicht viel. Gerade für Neuleser - man erinnere sich, dafür waren die .1-Stories gedacht - wird wenig erklärt. Man sieht zwar Bilder aus den Ereignissen der letzten Zeit (ab Straczynski etwa), sie werden aber nicht erklärt, weshalb wieder nur Kenner etwas damit werden anfangen können. So war das sicherlich nicht gedacht ... und warum ausgerechnet Grey Gargoyle als Gegner??



Fazit:
Zwei Autoren, die die Asen vorbildlich für ihre Geschichten zu nutzen wissen. Zwei Zeichner, die mit ihren unterschiedlichen Stilen dennoch gut zu Thor & Co. passen. Für Abwechslung ist bei den unterschiedlichen Ansätzen der beiden Geschichten – Thor und Journey into Mystery - jedenfalls gesorgt. Erstaunlicher ist bloß noch, dass ausgerechnet die Ereignisse um Loki unterhaltsamer erscheinen, als die Abenteuer von Thor. Wer hätte das je gedacht?


Thor 11: Der Galactus-Same 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Thor 11: Der Galactus-Same 1

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,95

ISBN 10:
4-197815-916957

148 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Olivier Coipel versucht sich an dynamischem Seitenaufbau
  • ... und kann auch sonst super zeichnen
  • gute neue Ansätze für das weitere Geschehen
  • Loki at his best
  • ausnahmsweise gute Einbindung in Fear Itself
Negativ aufgefallen
  • Ereignisse Thor/Journey into Mystery gehen gänzlich auseinander
  • Druckerschwärze stinkt
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Rezension vom: 06.04.2012
Kategorie: Thor
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