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Comic-Besprechung - Mecki Gesammelte Abenteuer 1: Jahrgang 1958

Geschichten:

Hörzu-Bildergeschichten aus dem Jahr 1958

Autor/Zeichner: Reinhold Escher, Prof. Wilhelm Petersen

Bonus-Beitrag: „Vorwort“ von Sibylle Schumann



Story:
In diesem Sammelband werden die Mecki-Comics des Jahrgangs 1958 aus der TV-Programmzeitschrift Hörzu chrononogisch nachgedruckt. Der Igel Mecki und seine Freunde reisen an exotische Orte. Gleich auf der ersten Seite brechen sie auf zur Insel Luki-Luki im Stillen Ozean. Der Schrat hat für Meckis und Charly Pinguins Gold dieses geheimnisvolle Eiland gekauft.

In den folgenden Episoden treffen sie auf den bösen Zauberer Saladu Saladim, reisen nach Indien und zu anderen fernen Orten (wie die Insel Oweia), schlagen sich mit Eingeborenen, gefährlichen Tieren und sogar Robotern herum.

Irgendwann hat Mecki genug von den Abenteuern und reist nach Hause zu seiner Frau Micki und Freund Pinko. Aber auch in der Heimat wird es ihm nicht langweilig, so soll sich der Redaktionsigel ein neuartiges Allzweckfahrzeug zeigen lassen, um davon zu berichten. Ein Ding, das fährt, schwimmt und fliegt und dessen Konstruktionszeichnungen so heiß begehrt sind, dass sie bald darauf gestohlen werden.



Meinung:
Alle kennen Mecki, den lustigen Redaktionsigel der Hörzu. Und wer ihn nicht kennt, der kennt zumindest seine Frisur, denn der Igelschnitt, jener Kurzhaarschnitt, bei dem alle Haare auf gleiche Länge ziemlich kurz geschnitten werden, war gleichermaßen beim Volk beliebt, wie bei den Künstlern gefürchtet.

Mecki hat eine lange Tradition in Deutschland. Seine Ursprünge gehen bis auf das Tiermärchen der Gebrüder Grimm vom Hasen und dem Igel zurück. Die drei Gebrüder Diehl, die seit 1929 Animationsfilme produzierten, gelten als Väter der Igelfigur. Nach dem zweiten Weltkrieg etablierte Eduard Rhein, der Chefredakteur der großen und weitverbreiteten Programmzeitschrift Hörzu, den lustigen Stachelkopf als Maskottchen für sein Massenblatt. Im Jahre 1949 debütierte Mecki auf dem Titelbild des Magazins.

1951 erschien zwei Jahre später die erste Comicgeschichte. Ab 1953 waren die Comics aus dem Heft nicht mehr wegzudenken, denn es gab jede Woche eine neue Episode zu lesen. In der Folge wurde Mecki so beliebt, dass er gar zu einem festen Bestandteil deutscher Populärkultur geworden ist. Der Mecki-Comic war die Seite im Heft, die viele Kinder und Jugendliche zuerst lasen, sobald die neue Hörzu im Haushalt eingetroffen war. Die ersten Abenteuer wurden von Reinhold Escher und Professor Wilhelm Petersen gezeichnet und kamen eher altbacken ohne die comic-typischen Sprechblasen aus. Der Text wurde, ähnlich wie bei Zeitungscomics wie Prinz Eisenherz, unter den Panels platziert.

Seine absolute Hochphase hatte Mecki in den Wirtschaftswunderjahren, von Mitte der 50er Jahre bis in die 60er Jahre. Er war aus der Hörzu nicht mehr wegzudenken. Es gab Bilderbücher, Figuren, Trickfilme und vieles weitere Merchandising. Später ist es um den Igel ruhiger geworden. Das politische Klima hatte sich verändert. Mecki war eine Figur der „schönen heilen Welt“ und verkörperte eher das Motto „In der Ruhe liegt die Kraft“ und die buchstäbliche „deutsche Gemütlichkeit“, als das Anti-Kriegs- und Flower-Power-Denken der neuen Generation.

Lange Zeit war es sogar problematisch, die Geschichten in einer Neuausgabe gesammelt aufzulegen, weil die Klärung der Rechtesituation eine Art Quadratur des Kreises zu sein schien. Nach langer Durststrecke ist es nun seit 2009 der Esslinger Verlag J.F. Schreiber, der auch die Abenteuer des Werbe-Salamanders Lurchi und die Mecki-Bilderbücher in einer sehr ansprechenden Ausgabe neu auflegt, der sich den Mecki-Comics angenommen hat und damit eine große Lücke in den Sammlungen der Freunde deutscher Comics schließt.

Anlässlich des 60. Geburtstages des Hörzu-Meckis wurde die Reprint-Ausgabe mit dem Jahrgang 1958 gestartet. Bis auf zwei Episoden (Nr. 29: Ein Fremder an Bord und Nr. 46: Mecki bei Prinz Aladin) sind alle Seiten großformatig in Farbe abgedruckt. Die fehlenden Geschichten wurden aus Gründen der political correctness nicht in den Sammelband aufgenommen. Die Freunde des Igels waren nicht sehr erbaut über diese Tatsache – wäre es doch die Chance gewesen, endlich alles hundertprozentig richtig zumachen.

Doch Unbill drohte von einer ganz anderen Ecke. Kaum war der Band auf dem Markt, meldete sich der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma mit der Forderung, den Nachdruck der Mecki-Geschichten unverzüglich vom Markt zunehmen. Man glaubt die Verbreitung „antiziganischer und antisemitischer Inhalte“ zu erkennen, in Form von „eindeutigen Bezügen zum biologischen Vokabular der nationalsozialistischen Rassenpropaganda“.

Der unbedarfte Mecki-Freund und Comic-Leser wird sich verwundert die Augen gerieben und die Sache als Sturm im Wasserglas abgehakt haben. Natürlich sollte man solchen extremen Forderungen nicht nachgeben, denn Mecki-Comics sind ein historisches Zeitdokument und spiegeln die Stärken und die Schwächen dieser Jahre wider. Dennoch sollte man solche Bedenken ernst nehmen, was der Esslinger Verlag  in Zukunft umsetzen will. In allen Folgebänden der Gesamtausgabe und der überarbeitete Zweitauflage des Startbandes wird der Verlag auf eine ausreichende und fachkundige Kommentierung der Geschichten achten.



Fazit:
Endlich werden die Mecki-Geschichten aus der Hörzu in einer schönen Aufmachung neu aufgelegt. Mecki ist Nostalgie pur. Die Lektüre kommt einer Reise in die „Heile Welt“ der Fünfziger gleich, bei der es für die ältere Generation jede Menge wiederzuentdecken gibt. Für die jugendlichen Leser von heute gibt es ebenfalls einiges zu erkunden. Meckis Charme ist zwar leicht antiquiert, aber dennoch auf eine unerklärbare Weise zeitlos.

Mecki Gesammelte Abenteuer 1: Jahrgang 1958 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Mecki Gesammelte Abenteuer 1: Jahrgang 1958

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Esslinger Verlag J. F. Schreiber GmbH

Preis:
€ 14.90

ISBN 13:
978-3-480-22578-1

64 Seiten

Positiv aufgefallen
  • schön editiert
  • Mecki ist Kult
  • pure 50er Jahre Nostalgie
Negativ aufgefallen
  • zwei Episoden von 1958 fehlen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 23.05.2010
Kategorie: Mecki
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