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Comic-Besprechung - Sherlock Holmes 1: Der Ruf des Blutes

Geschichten:

Autor: Sylvain Cordurie
Zeichner: Vladimir Krstic
Colorist: Axel Gonzalbo



Story:
1891 gilt Sherlock Holmes nach seinem Kampf mit Professor Moriarty an den Reichenbachfällen als tot. Und er möchte es gar nicht anders. Nicht nur will er, indem er offiziell tot bleibt, inkognito reisen, sondern auch die Komplizen von Moriarty von seiner Spur ablenken. Das Nichtstun genießend, weilt er in Paris und während in London grausame Morde geschehen, trifft sich Holmes mit seinem Bruder Mycroft. Doch es bleibt nicht lange ruhig: Vampire greifen Holmes an! Doch sie wollen ihn nicht töten, sondern vielmehr engagieren. Bleibt Holmes eine andere Wahl?

Meinung:

Es liegt sehr nahe, Sherlock Holmes auf Vampire treffen zu lassen, da beides große Ikonen des viktorianischen Zeitalters sind und sich in der Nebel-und-Gaslicht-Umgebung wohlfühlen. Gerade Holmes hatte schon andere Begegnungen. So mit Jack the Ripper in einem Roman von Ellery Queen oder mit Zombies in Comics. Aber manche Begegnungen wie mit Batman (in den siebzigern) sind natürlich um einiges abstruser, als eine Begegnung mit Vampiren. Vor allem da auch "Dracula" in dem Zeitraum geschrieben wurde, als Arthur Conan Doyle seinen Meisterdetektiv auf Spurensuche schickte. Allerdings unterläuft dem vorliegenden Comic ein kleiner Zeitfehler, da es Querverweise und Anspielungen auf "Dracula" gibt. Dieser Roman wurde von Bram Stoker aber erst 1897 geschrieben, wohingegen die Handlung des Comics 1891 spielt. Auch das der Obervampir das Gemälde "Der Schrei" von Edvard Munch an seiner Wand hängen hat, ist unwahrscheinlich, da es erst 1893 gemalt worden ist. Aber um historische Korrektheit kann es einem solchen "Crossover" zwischen Holmes und Vampiren ja gar nicht gehen, sondern eher um eine Alternativwelt, ein historisches "als-ob". Das liest sich manchmal wie ein Prequel zu dem grandiosen Roman "Anno Dracula" von Kim Newman, in dem Dracula England beherrscht (und Sherlock Holmes vermisst wird). Hier werden also alle bekannten Elemente des viktorianischen Englands und einige Ikonen benutzt und wild zusammengewürfelt. Und das nicht schlecht. Allerdings werden die deduktiven Fähigkeiten von Holmes bislang nicht sonderlich genutzt (ebensowenig wie in "Victorian Undead"), was schade ist, da gerade diese die Figur ausmachen. Der Name allein zieht natürlich schon.

Der Off-Kommentar stört bisweilen, weil er stellenweise überflüssig ist und damit nah an die Geschwätzigkeit gerät, aber die vielen Anspielungen für Holmes-Kundige und die Verweise (etwa die Reichenbachfälle und Irene Adler, in die Holmes verliebt war und der es gelang den Meisterdetektiv auszutricksen) machen den Band zu einem zusätzlichen Vergnügen. Und die Atmosphäre ist so dicht, dass die Fantasie des Lesers reist. Man ahnt Jack the Ripper um die Ecke kommen und sieht vor dem inneren Auge alle großen Schriftsteller der Zeit in den Straßen flanieren.

Die Vampire haben nichts mit stark gegelten, bleichen Herschmerzteenieschmonzetten zu tun, sondern sind wahrlich böse. Das Blut fliesst nicht nur, es spritzt. Und auch manche Körperteile. Die Story reisst mit und enthält gerade genug Informationen, um Lust auf mehr zu machen ohne ein inhaltliches Nichts als ersten Band zu haben.

Zudem sind manche graphische Effekte wirklich gut gelungen. So etwa auf Seite 4, wenn eine Frau scheinbar dem Leser entgegengeschleudert wird, was im Kontrast zu dem vorhergehenden Panel eine große Dynamik entwickelt. Der Perspektivwechsel zwischen den Panels ist rasant und kann einen geradezu schwindlig machen. Als ob eine Filmkamera in die Straßenschluchten rasen würde, um alsbald wieder die Vogelperspektive einzunehmen. Auch die Farben treffen die Stimmung hervorragend.



Fazit:
Rasant, spannend, blutig, voller Anspielungen und Verweise und graphisch gut gemacht, ist dieses "Crossover" zwischen Sherlock Holmes und Vampiren ein sehr kurzweiliges Vergnügen, was nicht nur Fans der viktorianischen Epoche zufrieden stellen wird. Und allen "Twilight"-Fans wird gezeigt, wo der Hammer hängt.

Sherlock Holmes 1: Der Ruf des Blutes - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Sherlock Holmes 1: Der Ruf des Blutes

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Zack Edition

Preis:
€ 13,95

ISBN 10:
3941815687

ISBN 13:
978-3941815681

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Dynamische Zeichnungen
  • gute graphische Effekte
  • viele literarische und kulturelle Anspielungen
  • gute Atmosphäre
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
3
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 11.07.2011
Kategorie: Sherlock Holmes
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