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Comic-Besprechung - Steam Noir 1: Das Kupferherz

Geschichten:

Das Kupferherz

Illustration und Story: Felix Mertikat
Story und Text: Benjamin Schreuder
Farbassistenz: Florian Reindl



Story:

Schierling im Ätherkönigreich Januskoogen ist der Arbeitsort von Heinrich Lerchenwald, welcher zusammen mit seinem Partner Richard Hirschmann, ein beseelter Maschinenmensch, als Bizarromant aktiv ist. In dieser Position nimmt er sich einem neuen Fall an, welcher mit dem Diebstahl einer kindlichen Leiche durch eine Seele zu tun hat. Schon alleine der Umstand des Todes des Mädchens wirft einige Fragen auf und führt Lerchenwald zu einem Wunderheiler, der zuvor aber an dem Bizarromant Hand anlegt.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Das Duo Felix Mertikat und Benjamin Schreuder legen mit Das Kupferherz den Start einer neuen Serie vor, welche vollkommen anders als ihr Debut Jakob ist. Steam Noir basiert auf der Steampunkt-Ideologie, welche die Lebensart des viktorianischen Zeitalters mit Sci-Fi Maschinentechnik kombiniert. Was sich anfangs als totaler Gegensatz darstellt, entwickelt bei genauerer Betrachtung einen morbiden Charme für Details und obskure Gegenstände. Im Comicbusiness wurde diese Thematik bereits des Öfteren angefasst und kommt besonders bei Alan Moores Die Liga der Außergewöhnlichen Gentlemen zu tragen. Noch offensichtlicher erscheint die History-Sci-Fi-Verbindung aber bei Filmen wie Sleepy Hollow oder Van Helsing, wo die Hauptdarsteller mit sehr fortschrittlicher Technologie in einer ansonsten rückständigen Gesellschaft arbeiten. Gerade der erste Film dürfte die beiden Künstler grafisch sehr inspiriert haben, denn der Bizarromant Herr Lerchenwald hat unbestreitbar sehr viel Ähnlichkeit mit Johnny Depp.

Ansonsten verfügt Steam Noir über eine komplett eigenständige und neue Storyline, welche auf dem Rollenspiel Opus Anima basiert, das Felix Mertikat 2008 auf den Markt gebracht hat. Die Handlung ähnelt einer Kriminalgeschichte und beginnt mit der Entdeckung eines Mordes, welcher bereits lange zurück liegt. Die anschließenden Nachforschungen stürzen den Leser in eine Welt, voller Maschinen, Zerstörung und einer ständigen Gefahr durch verlorene Seelen. Letztere bildet das Fundament für die Storyline, indem den Untoten Seelen ein Stellenwert verliehen wird, der als Aufhänger für den Kriminalfall und für die komplette Gestaltung der Ätherwelt dient. Beim ersten Durchblättern dürfte dem Leser nicht so recht klar werden, weshalb diese Seelen existieren, worin die Gefahr besteht und was dies alles mit dem Tod eines Mädchen zu tun hat. Die beiden Autoren entwickeln gleich zu Beginn eine komplexe Welt, die vom Leser einiges abfordert. Hat er sich aber erst einmal auf die intensive Story eingelassen, breitet sich eine experimentelle Welt aus, in der neben dem Kriminalfall so einige fantastische Dinge präsentiert werden. Das Heim der versehrten Kinder ist nur ein Beispiel für die vielen ungewöhnlichen Personen in diesem Band. Die Darstellung einer Seele und die Auswirkungen ihrer Präsenz auf die Umwelt stellt den Höhepunkt des Bandes dar und zeigt auf drastische Weise, welche Gefahr von diesen Wesen ausgeht. Als Einspieler werden kurze Vorträge von Herr Lerchenwald benutzt, welcher anscheinend in einer Schule oder Uni einen Vortrag über Seelen hält und dort die Grundlagen für seine Arbeit vorstellt. Mit diesen Infos wird die Story um den mysteriösen Mordfall verständlich und erhält ein interessantes Gerüst für die weiteren Teile der Serie.

Neben der Story dürfte besonderes die grafische Arbeit von Felix Mertikat im Gedächtnis hängen bleiben. Mit einem Mix aus großformatigen teils doppelseitigen Bildern und vielen kleinen Panels beweist der Künstler ein ausgezeichnetes Gespür fürs Storytelling. Durch die unterschiedlichen Seitenaufteilungen schafft es Mertikat, eine gewisse Ruhe in bestimmte Szenen zu bringen, welche dem Leser dazu bewegen, die Auswirkungen der Seelen beispielsweise besser wahrzunehmen. Andererseits beschleunigt er die Handlung, indem er mit einer Vielzahl kleiner Panels eine enorme erzählerische Dichte schafft, welche den Kriminalfall entschieden weiter bringen. Dabei bleibt aber nicht der große Einfallsreichtum, was die Darstellung der Steampunk-Welt betrifft, auf der Strecke.
Optisch ist Steam Noir somit ein äußerst sehenswertes Produkt, welches durch eine intelligente Panelaufteilung, einer düsteren Farbgebung und einem Gespür für eindrucksvolle Szenen überzeugen kann.

Inhaltlich könnte die Geschichte zwar ruhig etwas schneller voranschreiten, wenn dafür aber auf die wunderbaren großformatigen Zeichnungen verzichtet werden müsste, kann es auch ruhig weiter ganz geordnet ablaufen.

Der Band erscheint bei Cross Cult im Hardcovergroßformat mit umfangreichen Anhang, wie einer Galerie oder verschiedenen Artikeln über die Steam Noir-Welt.



Fazit:
Steam Noir ist ein lesens- und sehenswertes Werk, mit einer spannenden und überraschenden Story, sowie einem ungewöhnlichen Artwork, das perfekt den Charme dieser Kunstrichtung widerspiegelt. Das deutsche Künstlerduo Mertikat und Schreuder beweist damit nach Jakob, dass sie auch fantastische Literatur beherrschen und der Sondermann Preis 2010 absolut gerechtfertigt war. Diesen Band sollte man gesehen haben.


Steam Noir 1: Das Kupferherz - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Steam Noir 1: Das Kupferherz

Autor der Besprechung:
Christian Recklies

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 16,80

ISBN 10:
978-3942649278

ISBN 13:
978-3942649278

64 Seiten

Positiv aufgefallen
  • interessante und ungewöhnliche Storyidee
  • gelungene Mischung aus Krimi und Fantasy
  • herausragendes Artwork im Steampunkt-Outfit
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 24.11.2011
Kategorie: Steam Noir
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