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Comic-Besprechung - Cozmic: Die phantastische Comic-Anthologie 1

Geschichten:
Cozmic: Die phantastische Comic-Anthologie 1
Autor: diverse, Zeichner: diverse, Colorist: diverse



Story:
Als ein Astronaut nach Hause zurückkehrt, muss er feststellen das sich seine Welt komplett verändert hat. Eine Lieferung von Lebensmitteln artet in einem Blutbad aus, ein Engel verspricht das Paradies, die Umweltverschmutzung führt zu einem Gottesprojekt, kosmische Labyrinthe erwecken Monster, Roboter verlieben sich und ein Planet speist gerne Astronauten. Willkommen in den (Un-)Tiefen des Weltraums.


Meinung:
Das Team des Science-Fiction-Magazins Exodus lanciert eine Comicanthologie mit Kurzgeschichten deutscher AutorInnen und ZeichnerInnen welche alle  neu sind, also bislang noch nicht erschienen sind. Da Comics und Illustrationen im Magazin wohl eine große Rolle spielen, hat man sich zu diesem Schritt entschlossen und es ist schön zu sehen, dass wieder versucht wird ein Comicmagazin auf dem deutschen Markt zu platzieren. Aber ob es gleich ein Hardcover sein musste? Das treibt den Preis in die Höhe und mit 19,90 € ist es für Gelegenheitsleser zu teuer. Andererseits richtet man sich deutlich an die Klientel des Magazins und hofft wohl mehr darauf, dass die LeserInnen des Magazins auch die Anthologie kaufen.

Dabei kann man bei den Beteiligten auf einige bekannte Namen zurückgreifen wovon wohl vor allem Michael Vogt (Mark Brandis, Zack, Gespenster Geschichten) und Frauke Berger die geläufigsten sein dürfen. Gerade Frauke Berger hat mit ihrer Science-Fiction-Serie Grün im Splitter Verlag für Aufsehen gesorgt. Man ist auf jeden Fall optimistisch, denn ein zweiter Teil von Cozmic ist bereits geplant. So wird die Form der Kurzgeschichten aufgebrochen und zwei Erzählungen enden hier nicht, sondern werden in der nächsten Ausgabe fortgeführt. Ansonsten setzt man auf das klassische Format einer Kurzgeschichte mit offenem Anfang bei dem alles auf die Schlusspointe hinausläuft. Was leider nicht allzu oft sonderlich überraschend ausfällt. So etwa ausgerechnet bei der Einstiegsgeschichte von Michael Vogt. Generell ist es hier wie in jeder Anthologie: qualitativ ist alles sehr unterschiedlich. Aber für einen Auftakt einer Reihe ist viel zu viel Durchschnitt dabei und nur wenige Beiträge können in der Form überzeugen das sie einem im Gedächtnis bleiben. So ist trotz namhaftem Autor und Zeichner die erste Story nicht mehr als solide. Die zweite Geschichte ist sehr viel besser, dürfte aber bei einigen für Befremden sorgen, denn sie ist sehr psychedelisch angehaucht und erinnert teilweise sehr an die Beiträge in dem seligen Magazin Schwermetall. Auch ein Hauch der alten U-Comix weht hier manchmal durch die Seiten, etwa in der brutalen Satire auf Donald Trump, die AfD und generell die neuen Rechten. Das genießt einen schönen schrägen Undergroundcharakter. Eine weitere Satire fängt gut an, greift auch wieder Trump auf, versteigt sich aber in einer Adaption von Moby Dick im Weltraum, wechselt also anscheinend komplett das Thema und reitet manche Gags zu Tode. „Wird fortgesetzt“? Muss nicht sein.

Die beste Geschichte ist leider auch die kürzeste und stammt von Frauke Berger. Auf nur wenigen Seiten vermischt sie Sozialkritik, Dystopie, Witz, gelungene Zeichnungen und ein überraschendes Ende so verdichtet das es hier herausragt. Sie zeigt damit auf, was hier möglich gewesen wäre. Denn die anderen Beiträge sind nicht mehr als nett. Kosmische Labyrinthe ist vielversprechend, kann aber noch nicht überzeugen, da die Zeichnungen dafür zu glatt sind und man sich gefragt hätte was etwa ein Druillard damit gemacht hätte. Mal sehen, die Geschichte wird noch fortgesetzt. Der Planet der verlorenen Seelen ist alles andere als elegant aufgelöst und verspielt damit sehr viel, da in den letzten Panels viel zu viel im Off-Kommentar erklärt wird und so das dramatische Ende belanglos wirkt wie ein Witz der erst noch erklärt werden muss. Es gibt noch andere kürzere Beiträge und es ist schon bezeichnend das sie für die Rezension fast vergessen wurden. Aber es gibt noch einen langen Artikel über die Comics und deren Veröffentlichungsgeschichte von Leo was inhaltlich zwar nicht allzu neu ist, aber erfreulicherweise keinen PR-Charakter hat und auch manche Streitigkeiten deutscher Verlage untereinander thematisiert. Letztlich bleibt hier aber nicht viel hängen und es dürften eigentlich nur Die-Hard-Science-Fiction-Fans Gefallen an dem Band finden. Denn um überzeugend zu sein, darf man nicht so viel Durchschnitt bieten. Da ist noch Luft nach oben.


Fazit:
Für einen Start eines neuen Magazins enthält der Band leider zu viel Durchschnitt, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ein, zwei Geschichten bleiben hängen, aber das ist leider zu wenig.


Cozmic: Die phantastische Comic-Anthologie 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Cozmic: Die phantastische Comic-Anthologie 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Preis:
€ 19,90

ISBN 10:
3864026660

ISBN 13:
978-3864026669

96 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Lancierung eines neuen Magazins
  • Konzentration auf deutsche Comic-KünsterInnen
  • zwei herausragende Geschichten
Negativ aufgefallen
  • zu viel Durchschnitt
  • mangelhaftes Timing
  • Schlusspointen wenig überraschend
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(3 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 12.01.2020
Kategorie: Alben
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