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Comic-Besprechung - Year Zero 2

Geschichten:

Year Zero 2
Autor: Benjamin Percy, Zeichner: Juan Jose Ryp, Colorist: Frank Martin



Story:

Die Zombies überrennen langsam die Erde. In den USA hat sich eine junge Frau in einem großen Supermarkt. Doch die Zombies sind nicht ihr einziges Problem, denn sie ist auch noch schwanger. Vor den Küsten Norwegens segelt eine alte Frau mit ihren Enkeln und vermeidet das Land. Doch nicht nur Zombies lauern, sondern auch Piraten. In Ruanda hat sich ein Arzt vor den Zombies versteckt. Doch als ein Mann für sein Dorf um Hilfe bittet, sieht sich der Arzt vor einer schwierigen Entscheidung. In Kolumbien hingegen geniesst ein Drogenbaron den neuen rechtsfreien Raum. Doch das kann auch schnell langweilen.



Meinung:

Es ist schon ein ironisches Paradox wenn ein Comic mit dem Titel Year Zero, also Jahr Null, einen zweiten Band bekommt. Aber es kommt darauf an wie man das Jahr Null interpretiert. So ist es durchaus das Ende der bestehenden Ordnung, kann aber auch der Beginn des Neuen sein. Ob das Alte oder Gute neu ist, hängt von der Stellung ab wie man bisher lebte. Aber da es um Zombies geht, ist das Neue jedenfalls nicht erstrebenswert.

Im Nachwort behauptet der Autor Benjamin Percy das seine Zombieserie in den Makrokosmos guckt während The Walking Dead von Robert Kirkman in den Mikrokosmos schaute. Was allerdings falsch ist und zumindest offenlegt das Percy hier einige Begriffe verwechselt. Wenn er mit Makrokosmos international meint hat er Recht. Denn die hier geschilderten Abenteuer von verschiedenen Protagonisten spielen in der afrikanischen Savanne in Ruanda, auf den Meeren vor Norwegen, in einem nordamerikanischen Supermarkt und auf dem luxuriösen Anwesen eines Drogenbarons  in Kolumbien. Das hat aber nichts mit einem Makrokosmos zu tun. Aber in Percys Sichtweise ist The Walking Dead durchaus Mikrokosmos da die Serie rein in den USA spielt. Abgesehen von einem Spin-off.

Allerdings hat The Walking Dead einen weit größeren Makrokosmos als es Year Zero je erreichen wird. Denn Kirkman ging es nicht nur um den Umgang mit der Apokalypse und wie unterschiedlich Menschen darauf reagieren, sondern eben auch um den Aufbau einer Zivilisation und was diese eigentlich ausmacht und wie die Menschen da handeln sollten. Das ist ein Makrokosmos in seinem gesamten Anliegen und ja, es geht in den Mikrokosmos wenn einzelne Charaktere beleuchtet werden.

Die Charaktere bei Percy hingegen bleiben oberflächlich. Die Entwicklung, wenn sie denn stattfindet, ist sprunghaft und es geht nur rein darum wie man mit der Zombieapokalypse umgeht. Das ist durchaus spannend, actionreich und sehr blutig. Zudem sind durch die wechselnden Schauplätze auch die unterschiedlichen Atmosphären sehr gut eingefangen. Das sich ein junges Mädchen in einem Supermarkt verschanzt ist seit George A. Romeros Dawn of the  Dead allerdings ein alter Hut. Viel spannender ist da das Abenteuer in Norwegen und dem Arzt in Ruanda. In seinem Nihilismus erschütternd sind die Episoden in Kolumbien, aber von der Charakterzeichnung her auch die schwächsten. Der Drogenbaron ist böse durch und durch und dementsprechend auch ständig übertrieben gezeichnet. Aber das sein Reichtum aufgrund der Apokalypse nichts mehr bedeutet und er auch keine Kundschaft mehr hat, scheint ihm nichts zu bedeuten. Hauptsache er kann was töten. Wenn die Charaktere jeweils für die Länder typisch sein sollten, dann bekommt man hier aber ein Problem. Der Kolumbianer ist bösartig durch und durch, der Afrikaner feige und will zu Beginn selbst als Arzt seine Landsleute ihrem Schicksal überlassen. Und das amerikanische Mädchen kann als antriebsloses Girl next Door gesehen werden, naiv bis zur Dummheit und ohne Plan. Das ist nicht sehr schmeichelhaft. Einzig die Norwegerin die angesichts der Apokalypse in den heidnischen Glauben zurückfällt kommt noch am besten weg. Aber als Spezifika für die jeweiligen Länder darf man es auf keinen Fall nehmen.

Man darf hier einfach nicht zu viel nachdenken und Percy hat sich mit seinem Nachwort keinen Gefallen getan, aber wer vor allem spannende Unterhaltung mit naturalistischen aber zur Übertreibung neigenden Zeichnungen haben will, ist hier richtig. Vorausgesetzt natürlich man hat noch nicht genug von den Zombies.



Fazit:

Solide, gut gezeichnete Unterhaltung die durchaus ihre Momente hat, aber bloß nicht ländertypisch aufgefasst werden sollte.



Year Zero 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Year Zero 2

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 22,00

ISBN 10:
3966587068

ISBN 13:
‎ 978-3966587068

144 Seiten

Positiv aufgefallen
  • wechselnde Schauplätze
  • Action, Spannung, Dramatik
  • gelungene Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • Charakterentwicklung sehr sprunghaft
  • teils in Mimik übertriebene Zeichnungen
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Rezension vom: 20.07.2022
Kategorie: Alben
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