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Comic-Besprechung - Bang Bang 2: Viva Mexico

Geschichten:

Bang Bang 2: Viva Mexico
Autor: Carlos Trillo; Zeichner: Jordi Bernet



Story:

Cicca ist nach den Ereignissen um Al Capone nach Mexico geflohen. Das Land ist ein revolutionäres Pulverfass und eine Goldgrube für Glücksritter. Cicca lernt die Engländerin Karen kennen deren jpurnalistische Tätigkeit sie in Gefahr gebracht hatte. Leider gerät das Pärchen in die Hände einer sadistischen Familie. Doch das ist nicht die einzige Gefahr, denn die beiden werden auch von mexikanischen Militär gejagt.



Meinung:

Herrschte im ersten Band von Bang Bang noch weitgehend sexuelle Selbstbestimmtheit, so sind im zweiten vermehrt Vergewaltigungsphantasien zu finden. Zwar ist die Heldin schon seit dem Debüt eine reine Männerfantasie, stets willig, wunderschön, aber sie hat doch ihre eigenen Ziele und nutzt ihren Körper und ihre Sexualität, um ihre Ziele zu erreichen. Ja, sie prostituiert sich, etwa um eine Wohnung zu bekommen, aber das geschieht aus freien Stücken. Niemand zwingt sie zu etwas. Selbst als sie sich bereit erklärt, mit zwei Männern Sex zu haben um somit deren Schweigen zu erkaufen, ist es ihre Entscheidung.

Cicca  ist also eine Verkörperung einer Männerphantasie und dürfte so schon nicht jedermanns Geschmack sein in unseren Zeiten.  Aber sie war eine Überspitzung einer femme fatale und der zweite Band zeigt sie in einer lesbischen Beziehung. Allerdings hat das nichts mit wokeness zu tun. Cicca liebt den Sex, egal mit wem und ihre neue Freundin bedeutet ihr tatsächlich was. Hier ist sie selbstbestimmt und verteidigt auch ihre Beziehung. Aber schon recht bald zu Beginn kommt es zu einer langen Vergewaltigungsszene. Was einen üblen Geschmack hinterlässt. Zwar ist das nicht ganz ohne Humor weil sie die vermeintliche Potenz der Machos hinterfragt. Cicca kann zwar dem etwas abgewinnen und ist da wie Drunna aus Morbus Gravis, die es ebenso hinnimmt, weil es das Überleben sichert. Das an sich ist schon bedenklich, aber gerade wenn die lesbische Gefährtin einer Gruppenvergewaltigung unterworfen wird, was später noch auf die Spitze getrieben wird, so fühlt man sich als Betrachter schuldig.

Es ist nicht klar, ob es eine Parodie auf den Machismo ist oder das alte üble Klischee beansprucht, das eine Lesbierin durch männlichen Sex „geheilt“ werden könne. Das es ist nicht ganz ernst gemeint ist, wird insofern deutlich da der Männlichkeitswahn auf die Spitze getrieben wird, indem einer der Mexikaner ein sehr großes Glied hat. Weswegen ihm Cicca verfällt, aber immer wieder auch negativ konnotiert wird. Da gerade bei den Männern sich alles um Sex dreht, ohne Gefühl, das kommt erst durch den Sex, kann man es als Kritik an den patriarchalen Strukturen und des Machismo sehen, da sie sich nur durch sexuelle Gewalt durchsetzen können. Aber auch die beiden Heldinnen nutzen Sex als Waffe, nicht nur um zu überleben, sondern auch um ihre eigenen Ziele zu erreichen.

Was bei der Lektüre etwas stört, ist die mangelnde Stringenz. Die Hälfte des Bandes besteht aus einer Rückblende, was den Lesefluss hemmt und etwas die Dramatik stört, da man manchen Ausgang schon kennt. Andererseits werden einige Westernelemente ironisiert, die Handlung spielt zu Zeiten der Mexikanischen Revolution, und die Zeichnungen karikieren schon die Männer, während die Frauen weiterhin wunderschön sind.

Dennoch bleibt bei der Lektüre ein etwas schuldiges Gefühl angesichts der Vergewaltigungsphantasien was viele komplett ablehnen dürfen. Ob die Ironie und die Kritik nun wirklich als solche wahrgenommen wird oder als Verharmlosung dürfte darüber entscheiden was dem Band abgewonnen wird. Zwiespältig.



Fazit:

Zwiespältig. Man kann es als eine Parodie auf den Machismo ansehen, aber die hier vorhandenen Vergewaltigungsphantasien hinterlassen ein schuldiges Gefühl.



Bang Bang 2: Viva Mexico - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Bang Bang 2: Viva Mexico

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
All Verlag

Preis:
€ 19,80

ISBN 10:
3968041305

ISBN 13:
978-3968041308

68 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • parodistische Elemente zum Machismo
Negativ aufgefallen
  • Vergewaltigungsphantsien
  • mangelnde Stringenz
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 07.12.2022
Kategorie: Alben
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