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Comic-Besprechung - Tagebuch eines Diplomaten 1: Iran 1953

Geschichten:

Tagebuch  eines Diplomaten 1: Iran 1953
Autor: Tristan Roulot, Zeichner: Christophe Simon; Colorist: Alexandre Carpentier



Story:

Jean d`Arven ist der jüngste Botschafter Frankreichs. Zusammen mit seinem Freund Jacques, der als Jeans Leibwächter fungiert, ist er in Iran als Botschafter eingesetzt. Das Land befindet sich mit England  in einem internationalen Konflikt aufgrund eines Streits um das Öl. Frankreich in der Person von Jean versucht dezent davon zu profitieren. Als die USA allerdings fürchten das sich der Iran in Richtung Sowjetunion orientieren könnte, beschliesst die CIA den iranischen Präsidenten zu stürzen.



Meinung:

Die neue Serie Tagebuch eines Diplomaten hat ein sehr spannendes Konzept. Es ist ungewöhnlich einen Botschafter als Helden zu nehmen. Normalerweise assoziiert man ihn nicht als einen Comichelden. Das Klischee lässt ihn als zu alt, als zu glatt erscheinen und eher als einen deus ex machina Effekt auftauchen, um den in die Bredouille geratenen Helden zu erretten. Ja, in dieser Serie ist der Botschafter sehr jung, was immer wieder auch thematisiert wird da man ihn manchmal nicht ernst nimmt aufgrund seines Alters, ihn damit aber auch unterschätzt. Und ja: aufgrund seines Ranges besitzt er keine Actionsequenzen weil es dann unglaubwürdig wird. Dafür hat man ihm aber einen Leibwächter zur Seite gestellt, der dann die Actionelemente erlebt und für Abwechslung bei der Lektüre sorgt.

Ein großer Vorteil ist mit der Wahl eines Botschafters als Helden das man ihn in unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Krisen in unterschiedlichen historischen Zäsuren einsetzen kann. So ist der Handlungsort immer glaubwürdig und erlaubt andere Perspektiven. Man kann davon ausgehen das jeder Band der Serie in unterschiedlichen Jahren in verschiedenen Krisenzonen spielen wird. Der erste Band spielt jedenfalls 1953 im Iran, als die USA den demokratisch gewählten Präsidenten stürzten, um einen ihnen genehmeren Präsidenten einsetzen zu können, der mehr unter der Kontrolle des Schahs ist. Das alles ist historisch bekannt und hatte nicht nur mit dem Kalten Krieg zu tun, sondern wie heute mit dem Öl. Und damals wie heute agierten die USA sehr kurzsichtig, denn vieles was aktuell das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran bestimmt, resultiert aus diesem Jahr. Die Geschichte lebt fort und das Jahr 1953 hat das Verhältnis beider Staaten nachhaltig vergiftet. Die Relevanz der Story ist also immer noch gegeben und auch wenn man um den Ausgang der Story weiß, da die geschichtlichen Fakten bekannt sind, so ist die Geschichte doch recht spannend.

Geschickt werden hier Fakt und Fiktion vermischt. Der Held und sein Freund der Leibwächter sind fiktiv, aber die Personen auf die sie treffen sind es zum größten Teil nicht und die groben Abläufe sind auch historisch wahr. Darauf weist auch das interessante Nachwort hin. Was die Geschichte spannend macht, sind die Abläufe hinter den Kulissen. Die Intrigen die sich  auf internationaler Ebene abspielen, damit verbunden immer wieder auch eine ungeheure Arroganz der westlichen Länder. Vor allem auch eine Skrupellosigkeit, denn wenn es um das Wohl des Staates allgemein geht, natürlich wirtschaftlich gesehen, dann zählen einzelne Menschenleben nichts und man nimmt Verluste in Kauf. Der Held versucht hier den Ausgleich, nicht nur als Botschafter und dennoch die Interessen der Iraner und Frankreichs zu wahren, sondern auch seine Menschlichkeit zu bewahren.

Die glatten realistischen Zeichnungen versetzen die Leserschaft gut in die Epoche und in das Setting. Zwar wirken sie manchmal etwas zu glatt und in den Actionszenen etwas steif, aber da es um historisch reale Ereignisse geht, tut ein realistischer Stil der Story gut und auch die historischen Personen sind einfach erkennbar. Insgesamt gesehen ein gelungener Auftakt und man kann gespannt sein wie es weitergehen mag.



Fazit:

Ein ungewöhnlicher Held der aber ein spannendes Konzept für die Serie bietet. Historisch akribisch wird Fakt mit Fiktion verwoben und auch die Relevanz für die Gegenwart aufgezeigt. Die andere Perspektive auf bekannte Fakten macht den Band trotz bekanntem Ausgang spannend.



Tagebuch eines Diplomaten 1: Iran 1953 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Tagebuch eines Diplomaten 1: Iran 1953

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 16,00

ISBN 10:
3967922839

ISBN 13:
‎ 978-3967922837

64 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • spannendes Konzept
  • Relevanz für die Gegenwart erkennbar
  • geschickte Mischung Fakt und Fiktion
Negativ aufgefallen
  • In den Actionszenen sind die Zeichnungen etwas steif
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 12.12.2022
Kategorie: Alben
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