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Comic-Besprechung - Mit leeren Augen

Geschichten:

Mit leeren Augen
Autor: Diego Agrimbau, Zeichner / Colorist: Juan Manuel Tumburus



Story:

1917 während des Ersten Weltkrieges, befindet sich ein Waisenhaus in einem Niemandsland. Sowohl polnische und russische als auch deutsche Soldaten liefern sich in der Umgebung weiterhin Schlachten. Allerdings leben in dem Waisenhaus nur noch drei Kinder, die auf ihre Art mit dem Krieg umgehen müssen. Um zu überleben, sind sie gezwungen scheußliche Dinge zu tun. Das hat nicht nur Folgen für die Psyche, sondern auch für das Haus an sich. Können sich die Dinge zum besseren wenden, als ein abgeschossener deutscher Pilot in das Haus gelangt oder drohen die Spannungen zu eskalieren?



Meinung:

Zeichnerisch liegt hier ein eindrucksvolles Debüt vor. Mit leeren Augen ist der erste Comic den Juan Manuel Tumburus geschaffen hat. Man merkt zwar, dass die Bilder am Computer erstellt worden sind, vor allem an den verwaschenen Hintergründen und einigen Weichzeichnern die nur per Graphikprogramm hergestellt hätten werden können, aber das ist durchaus legitim. Da ein Großteil der Zeichner mittlerweile zumindest teilweise digital arbeitet ist das auch nicht als ein Vorwurf gedacht. Nur sind manche Bewegungen nicht flüssig genug und es scheinen sich da kleinere Perspektivfehler eingeschlichen zu haben. Es holpert zudem an zwei kleineren Stellen wo anscheinend ein Panel fehlt. Aber der Horror ist hier weniger psychologisch ausgefallen, sondern handfesterer Natur und da gelingen Tumburus einige wirklich schreckliche Bilder wie sie zum Horror gehören.

Auch wenn der in sich abgeschlossene Band nicht als Splatter zu bezeichnen ist, so ist die Altersfreigabe nur an Erwachsene durchaus gerechtfertigt.  Ja, es gibt einige sehr unappetitliche Bilder die junge Leser verstören könnten. Aber es ist eher an Erwachsene gerichtet, da die Hauptfiguren Kinder sind und alle bösen Taten von denen ausgehen. Was gerade für jüngere Leser sehr verstörend sein kann. Die titelgebenden leeren Augen beziehen sich nicht nur auf die Puppen, welche auch auf dem Cover zu sehen sind, sondern auch auf die drei  Hauptprotagonisten. Die Seelen haben Schaden genommen und innerlich sind sie tot. Beziehungsweise wahnsinnig oder haben ihre Seele und Menschlichkeit zumindest teilweise verloren. Dass das Grauen ausgerechnet von Kindern ausgeht, die gemeinhin als unschuldig und schutzbedürftig gelten, ist hier das perfide, aber inhaltlich durchaus gut gelungen und begründet.

1917 an der Ostfront des Ersten Weltkrieges. Inmitten des Grenzlandes zwischen Polen und Russland liegt ein Waisenhaus. Allerdings leben dort nur noch drei Kinder. Der Sohn der Besitzer, Maurice, und das Geschwisterpaar Ofelia und Otto. Sie tun alles um zu überleben. Als Waisen sind sie eh schon schutzbedürftig, aber es herrscht auch noch Krieg. Und sie werden zu kleinen Monstern, um zu überleben. Sie locken Soldaten in das Haus, wo sie diese umbringen. Erst nach und nach entfaltet sich das Drama um die drei Kinder und man erfährt warum sie alleine in dem Haus sind. So werden hier nach und nach schon eindrucksvoll grauenvolle Bilder gezeigt und der Autor vertraut seinem Zeichner so sehr, dass es so gut wie überhaupt keinen Off-Kommentar gibt. Der Inhalt klingt jetzt noch nicht sonderlich ausgefeilt. Denn das Thema ist im Grunde der Inhalt. Aber es ist dennoch spannend, da ein Schock auf den anderen folgt, wenn die Hintergründe aufgeblättert werden und ein Blick in die Psyche  vorgenommen wird. Zudem vertragen sich die drei nicht sonderlich und es droht eine Eskalation.

Es ist aber nicht nur ein Psycho-Thriller der für die Schrecken des Krieges steht, sondern es kommen durchaus übernatürliche Aspekte vor. Zwar sind Puppen als lebensechte Nachstellungen von Menschen ein gern genutztes Motiv für Horror, aber hier tauchen sie eher als Retter auf, was nicht heißt das sie nicht auch  bösartig sein können. Zusehends verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse. Jeder hat glaubhafte Motive und die vermeintlichen Retter bringen auch nur Verderben. 

Es ist durchaus ein verstörender Comic geworden und  insofern sehr gelungen denn das will ja der Horror auch und da die Lektüre noch etwas nachhallt ist es für Genrefans auf jeden Fall eine Kaufempfehlung.



Fazit:

Ein nachhallender Horrorcomic und allein schon deswegen eine Empfehlung. Zeichnerisch ist das zwar nicht immer sehr flüssig, aber verstörend und der Horror funktioniert auf mehreren Ebenen. Für Genrefans dringend empfohlen.



Mit leeren Augen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Mit leeren Augen

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 19,80

ISBN 10:
3987210419

ISBN 13:
‎ 978-3987210419

80 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Atmosphäre, Setting
  • Horror auf mehreren Ebenen
  • psychologisch glaubhaft
Negativ aufgefallen
  • Zeichnungen nicht immer flüssig
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(2 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 14.04.2023
Kategorie: Alben
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