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Comic-Besprechung - SZ Bibliothek Graphic Novels 1: Ein Vertrag mit Gott. Mietshausgeschichten

Geschichten:

1. Buch: Ein Vertrag mit Gott
Ein Vertrag mit Gott
Der Straßensänger
Der Super
Cookalein

2. Buch: Lebenskraft
Izzy die Küchenschabe und der Sinn des Lebens
Ausbruch
Im obersten Stock, letzte Tür, lebte Gott
Schabesgoj
Die Schwarze Hand
Der verwunschene Prinz
Der Revolutionär
Aufschwung
Zuflucht
Amerika, Amerika
Überleben
Glossar

3. Buch: Dropsie Avenue

Autor, Zeichner & Inker: Will Eisner



Story:

Ein frommer Jude kündigt seinen Vertrag mit Gott, nachdem seine Adoptivtochter stirbt. Der Straßensänger verpasst die Chance einer Sängerkarriere. Der Super ist stets missgelaunt und despotisch gegenüber den Mietern, ein freches Mädchen trickst den Lustmolch aus. Viele Bewohner der Bronx zieht es in den Verien ins Cookalein, um dort kostengünstigen Urlaub zu machen oder sie wollen sich eine reiche Partie im schnieken Grossman’s angeln. Nach dem Börsenkrach von 1929 bleiben viele Bewohner in der Bronx in ihren Startlöchern stecken und wissen ihre Lebenskraft nicht einzusetzen. Die Dropsie Avenue ist eine gehobene Siedlung, doch im Lauf der Zeit kommen immer mehr Einwanderer, die das Straßenbild ändern.




Meinung:

Nach Roman und diversen Film-Editionen nun also Graphic Novels. Unter dem Motto „Literatur trifft Illustration“ hat die Feuilletonredaktion der Süddeutschen Zeitung zehn Graphic Novel-Titel für ihre Edition SZ Bibliothek ausgesucht. Den Anfang macht Will Eisners Ein Vertrag mit Gott. Dass der erste Band der SZ Bibliothek auch mit der ersten Graphic Novel startet ergibt nicht nur im historischen Kontext, sondern auch im Zusammenhang mit der Bedeutung, die dem Werk Eisners zukommt, Sinn.

Was soll man an dieser Stelle noch über einen Klassiker wie Ein Vertrag mit Gott schreiben, was nicht schon zuvor geschrieben wurde? Eisner war seinerzeit händeringend auf der Suche nach einem belletristischen Verlag. Um seine Comic-Geschichten demgegenüber „aufzupolieren“ pries er diese als Graphic Novels an. Das ist die Geburtsstunde eines Begriffs, der inzwischen Hochkonjunktur feiert wie die SZ-Edition selbst unter Beweis stellt.

Eisner kreierte seine Comic-Stoffe aber nicht aus dem luftleeren Raum heraus. Als Vorbild nennt er im Vorwort von Ein Vertrag mit Gott selbst die Grafiker Otto Nückel, Frans Masereel und Lynd Ward. Das wird dem Comicleser nun nicht allzu viel sagen. Diese grafischen Künstler schufen bereits in den 1930er Jahren ernsthafte Bildgeschichten ohne Text.

1978, fast ein halbes Jahrhundert später entschloss sich Eisner, der bis dahin lediglich für die Comic Noir-Serie The Spirit bekannt war und zwischenzeitlich unter anderem als Zeichner von Bedienungsanleitungen arbeitete, an die Tradition der ernsthaften Bildgeschichten anzuknüpfen, allerdings mit Text. Herausgekommen ist bekanntermaßen ein Meilenstein der Comicgeschichte und die erste Graphic Novel. Zahlreiche Weitere sollten folgen.

Eisner versteht es als Erzähler auf unnachahmliche Weise anekdotenhafte Geschichten auf unterhaltsame Weise mit seinen philosophischen und sozialkritischen Anschauungen zu unterfüttern. Das macht er ohne gehobenen Zeigefinger und ohne den Leser mit seiner persöhnlichen Ansicht zu bedrängen. Vielmehr geht er behutsam zu Werke und verpackt moralische Botschaften in Pointen oder auch mal zwischen den Zeilen. Wie ein Biologie blickt er auf die Stadt, das Viertel, die Straßen, die Häuser und die Wohnungen, seziert deren Innenleben und erkundet die Schicksale der Menschen, die darin leben. Viele Personen oder Schicksale entstammen aus dem Leben des Autors oder hätten so ähnlich tatsächlich stattfinden können

Die Geschichten sind wie gewohnt in Eisners prägnanten Strich gezeichnet: eine realistische und detailierte Strichführung mit einem leichten Funny-Einschlag. Die Illustrationen sind ausnahmslos schwarzweiß. Auffallend ist des Weiteren, dass Eisner häufig auf Panelrahmen verzichtet. Außerdem nutzt er für ein Einzelbild oft eine ganze Seite.

Noch ein paar Sätze über die Aufmachung der SZ-Lizenzausgabe. Alle Titel erscheinen in der Reihe in einem einheitlichem Rot und gebunden. Eine preisgünstige Angelegenheit für Einsteiger, die das Medium entdecken wollen oder für diejenigen mit dem kleineren Geldbeutel. Wenn man sich allerdings die vollständige Will Eisner-Bibliothek zulegen will (und kann), dann ist man wohl mit der Carlsen-Ausgabe besser beraten, weil sonst die SZ-Ausgabe auffallend aus dem Bücherregal heraussticht. Vielleicht aber auch nur ein Makel für bibliophile Sammler? Neben einer biografischen Notiz, einem Verzeichnis der exklusiven Illustrationen und einem Vorwort des Autors wird das Buch durch ein Nachwort von Andreas C. Knigge abgerundet.



Fazit:

Ein Klassiker, der in keiner Comic- oder Graphic Novel-Sammlung fehlen darf, in einem günstigen Preis-Leistungsverhältnis.





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SZ Bibliothek Graphic Novels 1: Ein Vertrag mit Gott. Mietshausgeschichten

Autor der Besprechung:
Marco Behringer

Verlag:
Süddeutsche Zeitung GmbH

Preis:
€ 19,90

ISBN 10:
3866158726

ISBN 13:
978-3866158726

528 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Preis-Leistungsverhältnis
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(3 Stimmen)
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Rezension vom: 27.03.2011
Kategorie: SZ Bibliothek Graphic Novels
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