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Comic-Besprechung - Berserker Unbound

Geschichten:
Berserker Unbound (Berserker Unbound 1-4)
Autor: Jeff Lemire, Zeichner: Mike Deodato Jr, Colorist: Frank Martin


Story:
Ein Barbarenkrieger kehrt in sein Dorf zurück, um dort feststellen zu müssen, dass seine Familie ermordet worden ist. Bei dem Kampf gegen den Magier und seine Horden die dafür verantwortlich sind, verschlägt es ihn in die moderne Welt. Dort nimmt sich ein Obdachloser seiner an. Doch wie kann der Krieger zurückkehren, um seine Rache zu nehmen?


Meinung:
Auch große Autoren haben mal so ihren kleinen Durchhänger. Die Qualität der Schreiber macht sich dann aber auch daran fest wie schnell sie diesen Hänger wieder überwinden können und wann, und ob überhaupt, sie wieder zu alter Form zurückfinden. Zu letzterem kann man eigentlich nie eine Prognose wagen.

Diesmal trifft es Jeff Lemire. Was hat der für eine turbulente Karriere hinter sich. Vom gefeierten Undergroundkünstler mit dem dreibändigen Meisterwerk Essex County, über erfolgreiche Bände im Vertigo-Imprint welches man als anspruchsvollen Mainstream bezeichnen kann (etwa mit Sweet Tooth) zum gefeierten Superstar der nun auch Superhelden schreibt. Man kann Lemire aber keinen Ausverkauf unterstellen, da er immer wieder zu seinen Wurzeln zurückkehrt und auch Superhelden mehr Tiefe verleiht, oder gleich mit Black Hammer eine neue eigene Serie entwickelt welche eine Reflexion über die Helden ist. Solch einem talentierten Autor und Zeichner verzeiht man gerne auch mal einige Ausrutscher.

Zu denen gehört Berserker Unbound. Nach der Mini-Serie Thanos wollten Lemire und der Zeichner Mike Deodato Jr. wieder zusammenarbeiten, wussten aber keinen Stoff dafür. Auf eine Anfrage von Lemire hin was der Zeichner gerne machen würde, entwarf Deodato eine ikonische Skizze von einem Barbaren im Stile von Conan.  Die Geschichte war geboren. Nur leider fällt Lemire nichts ein. Einen neuen Conan-Verschnitt braucht man nicht, da man immer wieder auf das Original zurückgreifen kann. Da muss schon etwas Besonderes her. Diesen Haudrauf, kurz Bez genannt von „Berserker“, verschlägt es durch einen Zauber in unsere moderne Welt als er sich gerade an dem Magier rächen will, der seine Familie ermorden ließ. Das ist nun wirklich keine neue Idee. Und spätestens seit solchem Trash wie in Masters of the Universe und Herkules in New York genießt man diese dramaturgischen Kniffs mit viel Vorsicht. Vor allem da gerade der Original-Conan sogar mit den Avengers kämpft. Marvel ist mittlerweile keine Peinlichkeit mehr fremd.

Immerhin macht Lemire nicht auf Humor durch den Zusammenprall zweier Welten, Marke Auto=Drachen, sondern entwirft überraschenderweise eine Art Kammerspiel. Der Barbar, der immer als Söldner durch die Lande zog, wird hier auf eine Ebene mit einem Obdachlosen gestellt, der sich ebenfalls der Zivilisation verweigert. Damit werden moderne Obdachlose und Bettler den vagabundierenden Westernhelden und Barbaren der Fantasy zumindest psychologisch gleichgestellt. Es ist äußerst interessant diese Kombination zweier geschundener Seelen zu beobachten die nicht oberflächlich charakterisiert sind. Es gibt Monologe, die beiden sprechen eben nicht die gleiche Sprache, aber Lemire fällt zu diesem Ansatz einfach keine Geschichte ein. Es ist mehr ein Kammerspiel, umrahmt von brutalen Actionszenen zu Beginn und am Ende.

Deodato macht dazu kraftvolle, aber auch sensible, sowie brutale Zeichnungen. Leider unterteilt er seine Panoramen, die durchaus eine Doppelseite in Beschlag nehmen, noch einmal in Panels, was vollkommen überflüssig ist und lässt so seine  Bilder teilweise stilistisch unnötig zersplittern. Was die Wirkung seiner Bilder doch deutlich schmälert.

So gibt es hier viele interessante Aspekte die man aber gerne mehr ausbauen sollte. So ist doch noch Luft nach oben und man hat sich eindeutig mehr davon versprochen.



Fazit:
Leider fällt dem Star-Autor Jeff Lemire hier keine Geschichte ein. Obwohl das psychologische Kammerspiel durchaus seinen Reiz hat und die Bilder kraftvoll sind. Aber es ist noch deutlich Luft nach oben.


Berserker Unbound - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Berserker Unbound

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 19,80

ISBN 10:
3962193731

ISBN 13:
978-3962193737

136 Seiten

Positiv aufgefallen
  • psychologisches Kammerspiel
  • interessante Konnotationen
  • kraftvolle Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • kein Plot
  • Aufbrechung der Panoramen
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Rezension vom: 25.08.2020
Kategorie: Hefte
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