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Comic-Besprechung - 7 Detektive: Miss Crumble - Das gestiefelte Monster

Geschichten:
7 Detektive: Miss Crumble - Das gestiefelte Monster
Autor: Herik Hanna, Zeichner: Sylvain Guinebaud, Colorist: Lou


Story:
England 1918. In dem idyllischen Dorf Sweet Cove lebt Miss Crumble in ihrem Ruhestand und geniesst die Ruhe. Mit der Ruhe in dem Dorf ist es vorbei, als eines  Tages der totgeglaubte Graf heimkehrt. Das bringt nicht nur die Gemüter in Aufruhr, sondern auch einen Mörder. Das ganze Dorf zittert vor dem gestiefelten Monster. Miss Crumble, die schon öfters ihren Scharfsinn unter Beweis gestellt hatte, hilft der Polizei den Täter zu finden.


Meinung:
Wie es scheint erfreuen sich Serien wachsender Beliebtheit die in sich abgeschlossene Einzelbände haben, aber nicht einem einzigen Helden bei seinen Abenteuern folgen, sondern die Serie an sich einem Gesamtkonzept folgt, während die Einzelbände von wechselnden Kreativteams stammen. Die neue  Serie 7 Detektive gehört dazu. Man muss kein Sherlock Holmes sein, um zu vermuten das es sieben Einzelbände geben wird von denen jeder einen anderen Detektiv als Helden haben wird. Dabei dürfte zu vermuten sein, dass diese an literarischen Vorbildern angelehnt sind.

Der Auftakt jedenfalls legt das nahe. Es gibt einen klassischen Whodunit-Krimi im Stile altehrwürdiger Kriminalromane wie bei Agatha Christie und ihrer Epigonen. Es ist keine Adaption eines ihrer Bücher was hier vorliegt, aber man nimmt sich doch frappierende Anleihen bei Miss Marple. Zudem spielt es zeitlich zwischen den Weltkriegen. Auch wenn Miss Crumble keine nette ältere Dame ist, so ist sie in punkto Scharfsinn der gemütlichen Marple doch nicht ganz unähnlich. Crumble ist aber etwas moderner. Zwar auch etwas älter, eine Lehrerin im Ruhestand, aber das hält sie in ihrer Resolutheit nicht davon ab zu fluchen, zu trinken, oder sogar handgreiflich zu werden. Aber sie verliert nie wirklich ihre Fassung. Sie wirkt nie ordinär oder vulgär, sondern einfach wie eine moderne Frau in einer Zeit die das noch nicht zuließ.

Hier ist übrigens ihr Name bezeichnend. „Crumble“ bedeutet zerkrümeln, bröckeln, zugrunde gehen. Das ist nicht auf den Charakter gemünzt, sondern auf die englische Gesellschaft die sich nach dem Ersten Weltkrieg einer enormen Veränderung unterzog. Alte Traditionen, Rollenbilder zerbrachen, der Adel verlor an Bedeutung, die Rolle der Arbeiter wurde wichtiger und der Status an sich wurde in Frage gestellt. So ist der Name der Heldin sehr doppeldeutig: einerseits bezeichnend für den gesellschaftlichen Zustand der auch für die Handlung des Comics eine erhebliche Rolle spielt, andererseits auch für die literarische Gattung auf die man fußt. Es ist schließlich eine Hommage an eine Form von Erzählung die altmodisch gilt, aber dennoch immer wieder wohlig genossen wird und bis heute prägend ist und immer wieder gerne aufgegriffen wird. Man denke nur an den Erfolg von Filmen wie Knives Out oder die Remakes von Der Mord im Orient-Express oder Das krumme Haus.

Auf subtile Art und Weise werden diese Subtexte hier eingebaut. Den literarischen Vorläufer, die gesellschaftlichen Themen wie Niedergang des Adel, erste Erfolge des Feminismus, Änderung der Rollen- und Statusverhältnisse lenken aber nie von der Story ab, sondern sind wesentlicher Bestandteil der Krimihandlung und verleihen dem ganzen Substanz. Man atmet zudem nostalgisches Flair, genießt den Wortwitz und einige schöne Einfälle sowohl in der Story als auch auf der zeichnerischen Ebene. Der Kriminalfall an sich ist gar nicht so spektakulär. Auch ist es fraglich ob der Comic noch einen großen Reiz entwickeln wird wenn man ihn das zweite Mal liest weil man dann weiß wer der Täter ist. Aber einen Blick hinein ist er auf jeden Fall wert und macht auch schon neugierig genug auf die anderen Bände der Serie. Insgesamt ist es eine schöne Unterhaltung, auch wenn die zeichnerische Gestaltung der Gesichter etwas gewöhnungsbedürftig ist. Sie sind etwas zu rudimentär ausgearbeitet und haben mehr etwas von Karikaturen und Cartoons. Vor allem wenn es in Übertreibungen geht. Grafische Subtilität bei der Mimik ist hier ein Fremdwort. Aber die Farbgebung, die vornehmlich in einem Sepiaton gehalten ist und so das nostalgische noch verstärkt, und die dörfliche Atmosphäre und das Dekor sind sehr schön eingefangen. Lesenswert.


Fazit:
Ein lesenswerter Band, der zwar zeichnerisch nicht komplett zu überzeugen vermag, aber in seiner Krimihandlung gesellschaftliche Umbrüche der damaligen Zeit einzubauen weiß.


7 Detektive: Miss Crumble - Das gestiefelte Monster - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

7 Detektive: Miss Crumble - Das gestiefelte Monster

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 16

ISBN 10:
3962194819

ISBN 13:
978-3962194819

64 Seiten

Positiv aufgefallen
  • nostalgisches Flair
  • interessante Charaktere
  • historisch gesellschaftliche Umbrüche eingebaut
  • Witz
Negativ aufgefallen
  • übertriebene Gestaltung der Mimik
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
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Rezension vom: 21.08.2020
Kategorie: Alben
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