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Comic-Besprechung - Undiscovered Country 1: Schicksal

Geschichten:

Undiscovered Country 1: Schicksal (Undiscovered Country 1 - 6)
Autor: Scott Snyder, Charles Soule, Zeichner: Giuseppe Camuncoli, Inker: Daniele Orlandini, Leonardo Marcello Grassi. Colorist: Matt Wilson



Story:

2029 schlossen die USA ihre Grenzen und schotteten sich komplett vom Rest der Welt ab. Keine Informationen drangen nach außen und die Welt teilte sich in zwei rivalisierende Wirtschaftszonen. Als eine weltweite Pandemie die Menschen heimsucht, kommt völlig unerwartet eine Nachricht aus der weißen Zone welche einst die USA waren. Es werden eine bestimmte Gruppe von Menschen in die USA eingeladen, um nicht nur ein Heilmittel zu bekommen, sondern um auch die Beziehungen wieder aufzunehmen. Doch als sich die auserwählte Gruppe gerade eben über dem Staatsgebiet befindet, werden sie abgeschossen und müssen sich einer monströsen Miliz erwehren.



Meinung:

Die Idee der Serie Undiscovered Country ist äußerst vielversprechend. Die USA haben sich seit 30 Jahren komplett abgeschottet und es drangen keinerlei Nachrichten nach draußen oder nach drinnen, so das niemand weiß welche Entwicklungen das Land gemacht hat oder wie sein Zustand ist. Der Rest der Welt hat sich in zwei Zonen aufgeteilt, die miteinander in hartem Wettstreit stehen: die europäisch-afrikanische Allianz und die asiatisch-arabische Zone. Dieses zeigt schon wohin hier teilweise die Reise geht, denn es ist eine mögliche Weiterentwicklung wie es mit den Wirtschaftsmächten Europa und China weitergehen könnte. Natürlich ist es hier, wie es sich für Science-Fiction gehört, etwas auf die Spitze getrieben.

Dieses ist aber nicht die einzige aktuelle politische Situation, oder auch soziale und ökonomische, die hier weitergedacht und durchexerziert wird. Gerade die republikanischen Politiker in Washington haben immer einen Hang zum Isolationismus gehabt was besonders Trump vorantrieb und einen Schritt machte indem die USA aus internationalen Behörden ausstiegen und Verträge kündigten. Hier nun sind die USA in kompletter Isolation und aktuelles zur Vollendung gebracht. Auch im Comic gibt es eine weltweite Pandemie welche die Menschen in Angst versetzt, die nicht nur tödlich ist, sondern auch weitreichende soziale Folgen mit sich bringt. Wie jede gute Science-Fiction werden also aktuelle Zustände und Entwicklungen aufgegriffen und weitergedacht.

Als nun im Comic eine bestimmte Gruppe von Leuten in die USA eingeladen wird, hat nicht nur jede/r einzelne seine eigene Agenda, sondern alle sind neugierig auf den Zustand des Landes. Es klingen klassische Abenteuergeschichten an mit der Erforschung unbekannter Länder und deren Gefahren, wie es ja auch schon der Titel der Comicserie suggeriert. Es ist also ein äußerst spannendes Konzept, was allerdings schon zu Beginn etwas dadurch getrübt wird, das ausgerechnet wieder die USA als vermeintlicher Weltenretter auftritt, da sie angeblich ein Heilmittel gegen die Pandemie besitzt, was eine weitere Verlockung für die Gäste ist. Ein amerikanischer Chauvinismus schwingt da wieder mit, der übel aufstoßen kann. Na gut, nehmen wir erstmal so hin, schließlich handelt es sich um eine amerikanische Serie.

Was aber viel enttäuschender ist, ist die Tatsache das viel zu wenig über die Auswirkungen des fehlenden Einfluss der USA auf den Rest der Welt thematisiert wird. Auch hier unterstellt man einen Chauvinismus da es amerikanischen Autoren da wohl an Distanz mangelt. Da diese auch vorrangig für ein amerikanisches Publikum schreiben herrscht deren Blickwinkel vor. Zudem müssen Actionerwartungen erfüllt werden und anstatt das man sich auf spannende Analysen konzentriert die auch enormes dramatisches  Potential besitzen, legt man Wert auf Action was letztlich belanglos ist. Vor allem einfallslos da zumindest im ersten Band vieles an Mad Max erinnert und auch die mutierte Fischwelt hat man schon in The Filth gelesen. Dazu noch ein bisschen Snowpiercer, Steampunk und Sweet Tooth und was man noch alles entdecken kann.
Hier ist nichts wirklich neu und das was der Serie ein Alleinstellungsmerkmal verleihen kann wird in belangloser Action ertränkt. Ja, es gibt immer wieder scharfe Spitzen etwa gegen Milizen und die oben erwähnten Aspekte und in den detailreichen Zeichnungen gibt es viele Anspielungen was nur bestärkt das man hier nicht wirklich neue Wege geht. Mutationen, Zeitanomalien, ein Milizenanführer der wie Uncle Sam aussieht und und und. Unsympathische Charaktere deren Motive und damit Handlungen bei weitem unausgegoren sind helfen da auch nicht gerade.

Letztlich bleibt eine einzige Enttäuschung da eine spannende Idee in belangloser Action ertrinkt und im eigenen amerikanischen Blickwinkel verhaften bleibt. Die selbst gesetzten Steilvorlagen bleiben so ungenutzt und man hofft auf ein europäisches Remake.



Fazit:

Ein äußerst spannendes Konzept aus dem leider viel zu wenig gemacht wird. Letztlich ertrinkt es in belangloser Action und einem Zitatenreichtum welcher deutlich macht das den Machern nicht viel eigenständiges einfiel. Da bleibt noch sehr viel Luft nach oben.



Undiscovered Country 1: Schicksal - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Undiscovered Country 1: Schicksal

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 22,00

ISBN 10:
3966584336

ISBN 13:
‎ 978-3966584333

176 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Grundidee
  • gute Steilvorlagen
  • fantasievolle Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • aus Steilvorlagen nichts gemacht
  • amerikanischer Chauvinismus
  • belanglose Action
  • nur ZItate
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Rezension vom: 30.07.2021
Kategorie: Hefte
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