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Comic-Besprechung - Night of the Ghoul

Geschichten:

Night of the Ghoul (The Night of the Ghoul)
Autor: Scott Snyder, Zeichner / Colorist: Francesco Francavilla



Story:

Forest Innman ist ein erfolgloser Filmemacher der vor den Scherben seines Lebens steht. Seine Obsession ist ein legendärer Horrorfilm, "The Night of the Ghoul", der als verschollen gilt. Nach jahrelanger Suche hat er den Regisseur des Filmes gefunden und hofft mehr über den Film zu erfahren. Zusammen mit seinem Sohn reist er in das Altersheim in dem der Regisseur seinen Lebensabend fristet. Dort erfährt Forest mehr als ihm lieb ist, denn der Film basiert auf einer wahren Geschichte und ist eine Warnung.



Meinung:

Der Ghoul ist ein Monster welches in der Pop-Kultur ziemlich vernachlässigt worden ist. Auf den ersten Blick gibt dieses Wesen auch nicht sonderlich viel her. Ein Ghoul ist ein Untoter und ernährt sich von den Toten. Dabei ist die Entstehung anscheinend von Verwesungsgeräuschen geprägt worden die wie das Schmatzen klang welches aus zu flachen Gräbern drang. Natürlich ist der Ghoul dabei vor allem eklig. Ein Wesen welches unter der Erde lebt und totes Fleisch frisst erweckt Abscheu, wirkt aber bei dem ersten Gedanken nicht sonderlich gefährlich für die Lebenden. Sofern diese sich nicht gerade in einem Grab befinden. Warum auch immer. Dabei erweckt diese Mischung aus einem Zombie und einem Vampir durchaus Ur-Ängste.  Der Ghoul verweist auf  die Vergänglichkeit der Menschen und deren Angst davor dass die Totenruhe gestört wird. Was auch auf das Christentum und dem Gedanken der Wiederauferstehung fußt. Da will man, dass auch der tote Körper mehr oder weniger unversehrt bleibt. Zudem ist das Wesen eine Verkörperung der Fäulnis und der Verwesung. Zwei Themen die in Kulturen welche Erdbestattungen vornehmen als Tabu gilt. Eigentlich also ein interessantes Thema, aber abgesehen von einigen Konfrontationen mit dem Geisterjäger John Sinclair in dessen Groschenheften ist mir zumindest kein weiteres popkulturelles Erzeugnis mit einem Ghoul bekannt.

Insofern macht der in sich abgeschlossene Comicband Night of the Ghoul sehr neugierig. Vor allem da er von dem Star-Autor Scott Snyder stammt und unter seinem neuen Label erscheint wo er mit Formen experimentiert und seine Geschichten von wechselnden Künstlern gestalten lässt. Snyder greift hier auf ursprüngliche Legenden zum Ghoul zurück. So ist er nicht nur ein Totenesser, sondern sorgt auch  für die Verbreitung von Krankheiten und Seuchen. Insofern ist er auch hier deutlich eine Verkörperung der Fäulnis. Und der Zeitpunkt der Entstehung ist dabei natürlich ein wesentlicher Faktor, denn Snyder entwickelte die Stoffe für sein neues Imprint während des Lockdown der Corona-Pandemie. 

Allerdings hat auch ein versierter Autor wie Snyder seine Probleme mit dem Monster und so wird wieder deutlich das ein Ghoul nicht sonderlich viel hergibt. Es gibt deutliche Schwierigkeiten einen Plot zu entwickeln und so verliert sich die Story oft in vermeidbaren Wiederholungen. So kreisen die Charaktere in den Dialogen um Themen herum und kommen immer wieder auf Aspekte zurück die eigentlich schon längst geklärt sind. Das ist etwas ermüdend und teils auch ärgerlich. Dabei entsteht die Spannung vor allem dadurch, dass der Ghoul einen menschlichen Wirt benötigt, eine menschliche Anhängerschaft besitzt und diese gefunden und eliminiert werden müssen. Dabei spielt noch ein Film eine Rolle. Also ein Versuch, die Vergangenheit zu bewahren, die vermeintliche Unsterblichkeit wenn Personen auf Bild gebannt sind. Die Fiktion innerhalb der Fiktion, der Film, besitzt dann aber sogar einen zweiten wichtigen Handlungsstrang und die Ebenen durchmischen sich.

Wenn schon die Story etwas bemüht ist, so werden die Zeichnungen umso wichtiger. Francesco Francavilla ist da der geeignete künstlerische Partner. Er versteht es wahre alptraumhafte Bilder zu erschaffen welche durch die hervorragende Farbgebung ihre volle Wirkung entfalten. Die Gestaltung ist sehr filmisch mit vielen Nahaufnahmen zur Verstärkung der Effekte, eine unheimliche Atmosphäre und man scheut sich auch nicht vor ekligen Szenerien.

Der Band wird vor allem durch die Zeichnungen gerettet und es gebührt ihm die Ehre ein nahezu unbekanntes Monster wieder mal zu erwecken, aber ein Star unter den Monstern wird hiermit der Ghoul auch nicht.



Fazit:

Dem Band gebührt die Ehre ein fast vergessenes Monster wieder zu beleben, hat aber dramaturisch seine Mühe damit. Gerettet wird er durch die hervorragenden Zeichnungen.



Night of the Ghoul - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Night of the Ghoul

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 28,00

ISBN 10:
3987212357

ISBN 13:
‎ 978-3987212352

176 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen und Farbgebung
  • Mischung der Fiktionen
  • Wiederbelebung eines vernachlässigten Monsters
Negativ aufgefallen
  • dramaturgisch sehr bemüht
  • viele vermeidbare Wiederholungen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1.91
(11 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 10.05.2024
Kategorie: Alben
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